Bereits bei meinen frühen Malversuchen empfand ich, dass mir „Jemand“ oder „Etwas“ die Hand führte. In einem der Écriture automatique ähnelnden Verfahren entstanden damals fraktale Strukturen hoher Komplexität mit cloisonné-artigen Abgrenzungen. Als in den ersten Jahren des neuen Millenniums fernöstliche Kampfkünste in mein Leben traten, wurden meine Bilder zusehends dynamischer. Offensichtlich beeinflussten nun auch die Techniken des Gong Fu (wörtlich: der gut gemachten Arbeit) meinen Pinselduktus. Sie beruhen auf dem überlebenswichtigen Prinzip „Maximale Wirkung bei minimalem Energieeinsatz“, das auch dem Leben in freier Wildbahn zugrunde liegt und seither Richtschnur meines Schaffens ist. Ich glaube, dass wir für diese Universalie ein angeborenes, im Sinne von C.G. Jung archetypisches Gespür besitzen, das unser ästhetisches Empfinden lenkt. Deshalb erscheinen uns energieeffiziente Vorgänge – der Lauf eines Geparden, der Flug des Albatros und die Kampftechniken des Gong Fu – als besonders elegant und schön. |