Die Künstlerin
Home Page Image VITA [ARTS]

1972-88    Kindheit und Jugend in Deutschland, Argentinien und Südkorea
1987         jüngstes Mitglied der National ArtHonor Society (Seoul)
1987         Cloisonné-Ausbildung bei Choi Kae Suk (Seoul)
1991         Ausstellung und Vortrag "Fraktale" (Freie Waldorfschule Mannheim)
1991         Einzelausstellung (Stuttgart)      
2003         Ausstellung in der V.I.P. Lounge derMartial Arts Gala (Darmstadt)
Seit 2007  Dauerausstellung ausgewählter Werke bei Samadhiyoga (Frankfurt a.M.)


KOMMENTAR
Vor etwa zwanzig Jahren erlahmte das Interesse an nicht-gegenständ-licher Kunst, wollten Galeristen und Käufer lieber Personen oder Dinge auf Bildern sehen als Striche, Kleckse oder Farbwolken. Neue Meister verstärkten diesen Trend mit Werken von herausragender Qualität, die heute in New York, London oder Paris Phantasiepreise erzielen. Solche Bilder bleiben im Gedächtnis haften, sie sind voller Tiefsinn, Schwere, Unzufriedenheit mit den Zuständen und der „conditio humana“ im Allgemeinen. Wen wundert es, dass sie fast alle aus Deutschland stammen? Man mag hier Parallelen zu den Werken des Deutschen Expressionismus oder der Neuen Sachlichkeit sehen, auf die ja Ähnliches zutrifft.

Doch unsere Zeit und der globale Kunstmarkt sind schnelllebig. Bereits jetzt schlägt das Pendel wieder in Richtung Abstraktion aus, vielleicht auch deshalb, weil es sich nicht leicht mit Bildern lebt, die nachhaltig beunruhigen und betroffen machen. Unsere Realität mit ihren Dauerkrisen und -konflikten und ihrer unent-rinnbaren Informationsflut grenzt ja bereits ans Unerträgliche. Was Wunder, dass wir nunmehr eher nach Harmonie und „Wellness“ streben. Nicht-gegenständliche Kunst ist dabei ein perfekter Begleiter. Sie sollte harmonisch wirken, darf aber weder glatt noch trivial sein. Im Gegenteil – gute nicht-gegenständliche Malerei weist stets ein Mindest-maß an Spannung auf. 

Melanie Mehle liegt mit ihren Bildern durchaus in diesem Trend, und sie bewältigt die Gratwanderung zwischen Harmonie und Dynamik mit bewundernswerter Meisterschaft. Schon ihre Jugendarbeiten zeugen von einem ungewöhn-lichen  Farbtalent und veran-lassten einen bedeutenden deutschen Galeristen, der Sech-zehnjährigen ein Kunststudium ans Herz zu legen. Dass es letztlich nicht dazu kam, tut ihren Werken glücklicherweise keinen Abbruch. Ihr Kolorit und ihre Formensprache machen Melanie Mehles Bilder zu Juwelen, an denen man sich nicht satt sehen mag.
Peter Zwirner